Vorgestern war es endlich soweit. Das Remake des Klassikers von 1990 war für PC und Xbox360 erhältlich. Doch bevor ich darauf näher eingehe, eine kleine Vorgeschichte:
Wir schreiben das Jahr 1992. Ich war damals 7 Jahre jung, an der Spitze der Charts standen Dr. Alban, Inner Circle, Nirvana, Genesis und SNAP!
Ich begann mich für den Computer meiner Eltern zu interessieren und installierte auch bald die beiligenden Spiele. Fasziniert von den tanzenden Pixeln und der Piratengeschichte, spielte ich beide Teile durch, ohne damals auch nur einen Bruchteil der Witze und Andeutungen verstehen zu können. Ich traf mich kurz darauf mit einem Klassenkameraden und wir spielten es nochmal durch. Völlig überwältigt von der bunten, imaginären Wirklichkeit, stellten wir Überlegungen auf, wie es sich wohl anfühlen müsste, wenn wir selbst die Hauptfigur in einem Computerspiel wären und von irgendjemanden per Klickbefehl gesteuert würden.
Die Jahre vergingen, wir wurden älter, der alte 486er wurde durch einen neueren Computer abgelöst. Es kam Windows 95, dann 98 und Monkey Island 3 wurde veröffentlicht. Ich spielte auch diesen Teil, jedoch hatte er nicht mehr den Charme der Vorgänger. Schlimmer wurde es jedoch mit dem 4. Teil im Jahre 2000: Eine hässliche 3D Grafik und eine vermurkste Steuerung vermiesten das Gameplay. Trotz alledem spielte ich noch öfter die Reihe durch, was spätestens seit ScummVM auch auf dem Mac ohne Probleme ging.
Es vergingen weitere 8 Jahre, ohne dass man auch nur ein Gerücht über einen neuen Teil hörte, bis plötzlich letzten Monat Teil 5 und ein Remake angekündigt wurden.
Seit Anfang Juli ist die Monkey Island Fangemeinde in nostalgischer Stimmung. Die erste von 5 Episoden “Tales of Monkey Island”, wurde am 07.07. released. Außerdem kam vorgestern, wie erwähnt, die Special Edition des ersten Teils von 1991 heraus.
Zu Tales of Monkey Island gibt es nur soviel zu sagen: Die erste Episode ist ein würdiger Nachfolger. Die Grafik ist ein guter Kompromiss zwischen 2D und 3D, die Steuerung erfolgt per Maus oder den W,A,S,D Tasten. Der Humor ist einfach nur großartig. Es gibt viele Anspielungen auf die alten Teile und ich freu mich riesig auf die nächste Episode.
Auch wenn ich mittlerweile keine 2 Stunden mehr brauche, um Monkey Island durchzuspielen und ich den Spielablauf bis ins kleinste Detail auswendig kenne, wird es trotzdem niemals langweilig werden. Es ist jedes Mal eine kleine Reise in die Vergangenheit, zurück an den 486er, zurück in die Zeit, als es noch Turbo-Tasten, Nirvana und Genesis gab. Zurück in die Zeit, als man noch ein Kind war.


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